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Scheitern der Auswanderung

Angst vor dem Scheitern der Auswanderung
Photo by Cristian Newman on Unsplash

Scheitern der Auswanderung

Ein Scheitern der Auswanderung ist oft wahrscheinlich

Auswandern wird oft begleitet von großen Hoffnungen, Erwartungen und manchmal auch Zweifeln.

Selbstverständlich birgt eine derart umwälzende Veränderung gewisse Risiken. Wie so oft im Leben ist es aber so, dass man Gefahren bei guter Vorbereitung oft schon im Vorfeld minimieren, oder gar eliminieren kann. Dennoch ist die Anzahl der gescheiterten Auswanderungen nicht klein.

Das Scheitern der Auswanderung müsste nicht sein!

Untersucht man diese gescheiterten Versuche wird deutlich, dass sich die Gründe des Misserfolgs hauptsächlich auf sechs Punkte reduzieren lassen.

  1. Zu wenig Geld

    Es kann sich durchaus auch finanziell lohnen, auszuwandern. Vor allem niedrige Lebenshaltungskosten, bessere Karriere-Chancen und manchmal auch bessere Gehälter (höherer Mindestlohn) können dazu führen, dass man am Ende mehr von seiner Hände Arbeit hat.

    Oft wird dabei jedoch vergessen, dass man gerade während der ersten Monate mehr Geld als üblich benötigt um Dinge wie Umzug, neue Möbel oder die Kaution für eine neue Wohnung finanzieren zu können.
    Wer am Tag der Auswanderung zudem noch keinen neuen Arbeitsvertrag in der Tasche hat und erst vor Ort suchen will, kann da ganz schnell an seine finanziellen Grenzen stoßen.

    Zugegeben, – der Umzug von Deutschland nach Frankreich kostet jetzt nicht die Welt, aber irgendwie plempert sich da dann doch ganz schön was zusammen wenn man mehrmals hin und her fahren muss.
    Die größte Gefahr ist und bleibt aber, der fehlende Arbeitsplatz.

    Aus unserer Erfahrung heraus kann ich sagen, dass man in diesem Fall genug Geld mitbringen sollte, um wenigstens die ersten sechs bis acht Monate gefahrlos überstehen zu können. Ist dies der Fall, dann ist ein Scheitern der Auswanderung kaum noch möglich.

    Hat man bei der Einreise schon eine feste Zusage in der Tasche, kann man ebenfalls beruhigt in die Zukunft sehen.

  2. Keine ausreichende Qualifikation bzw. zu große Ansprüche an den neuen Arbeitsplatz

    Gut ausgebildete Menschen aus technischen, sozialen oder handwerklichen Berufen – zumal, wenn sie aus Deutschland kommen – sind in Frankreich durchaus gefragt. Diese werden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bald einen guten Arbeitsplatz finden. Das gilt vor allem für die größeren Städte aber auch in kleineren Kommunen und auf dem Land stehen die Chancen dafür nicht schlecht.

    Nicht so gut sieht es für andere Berufsgruppen oder gar Menschen ohne Ausbildung aus. Allerdings bietet Frankreich für die fleißigen unter ihnen durchaus auch gute Möglichkeiten hier einen beruflichen Aufstieg hinzulegen, der in Deutschland unmöglich wäre. Entscheidend dabei ist jedoch, dass man nicht wählerisch ist und sich bereit erklärt, während der ersten zwei bis drei Jahre ordentlich hin zu langen.

    Bestätigt man dann das Bild vom „pünktlichen, fleißigen gewissenhaften deutschen Arbeiter“, das die Franzosen üblicherweise von uns haben, öffnen sich plötzlich Türen, die einem zu Hause immer verschlossen geblieben wären.

  3. Falsche Vorstellungen

    Kennt man sein Auswanderungsland nur aus dem Urlaub, dann wird sich spätestens nach ein bis zwei Jahren Ernüchterung einstellen und man ist versucht, plötzlich nur noch die negativen Seiten der neuen Heimat zu sehen.

    Bei so manchem Auswanderer fällt in dieser Phase der Entschluss, wieder nach Deutschland zurück zu kehren.
    Hier benötigt man halt dann das nötige Durchhaltevermögen um das unnötige Scheitern der Auswanderung abzuwenden.

    Obwohl meine Frau und ich uns bestens über Frankreich informiert hatten und das Land vor unserer Ausreise gut kannten (meine Frau ist Französin), hatten auch wir diese emotionalen Durchhänger und so manches mal fühle ich mich auch heute noch an einen jungen Mann erinnert, den ich irgendwo in Deutschland mal rumstehen sah.

    Auf seinem T-Shirt stand in großen Lettern geschrieben: „Woanders ist es auch scheiße!“.

    Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass das sehr selten vorkommt und eigentlich nur dann, wenn wir wiedermal mit der französischen Administration in Berührung kommen.

  4. Familie

    Zieht man zu zweit oder mit der ganzen Familie ins Ausland, sollte von Beginn an klar sein, dass der Partner die Auswanderung unterstützt. Wichtig ist, dass beide Partner vor Ort arbeiten können, sonst beginnt einer sich ein neues soziales Umfeld aufzubauen, während der andere zu Hause versauert.

    Misst man dem sozialen Umfeld und einer sinnvollen Tätigkeit keine Bedeutung bei, ist das Risiko groß, dass einer der Partner die Lust verliert und nur dem Partner zuliebe im Ausland bleibt. Auswandererforen im Internet liefern genügend Beispiele für gescheiterte Auswanderungen, die in Depressionen und Alkoholismus endeten.

  5. Naive Geschäftsideen

    Hat man keine Erfahrung als Unternehmer und kennt den Markt im neuen Heimatland nicht, ist man schon fast zum Scheitern verurteilt. In der Regel warten die neuen Mitbürger halt nicht unbedingt auf eine deutsche Bäckerei, deutsche Würstchen oder die 1001-te Modeboutique an der Strandpromenade.

    Es gibt zwar Beispiele erfolgreicher Bäcker, Metzger und Handwerker die sich im Ausland selbstständig gemacht haben, jedoch kommen auf jeden erfolgreichen Bäcker zahlreiche gescheiterte Existenzen. Am sichersten ist immer noch die Auswanderung mit unterschriebenem Arbeitsvertrag im Reisegepäck.

  6. Schlechte Sprachkenntnisse sind oft schuld am Scheitern der Auswanderung

    Hier möchte ich gerne auf unser YouTube-Video über das Erlernen der französischen Sprache verweisen.
    An dieser Stelle nur ganz kurz:
    Das Lernen der Landessprache ist der wohl wichtigste Teil der Integration in die neue Gesellschaft und die Franzosen registrieren jeden Fortschritt mehr als wohlwollend.

    Wer nach Frankreich zieht und nicht Französisch lernt, beraubt sich selbst vieler Möglichkeiten, die ihm dieses wundervolle Land bietet und schließt sich selbst aus.

Fazit:

Der Erfolg des Auswanderns nach Frankreich hängt in hohem Maße von einer guten Vorbereitung, der Fähigkeit notfalls auch den Lebensstandard für die erste Zeit zu senken und des Willen sich zu integrieren ab.

Um das Risiko noch weiter zu minimieren ist es von großem Vorteil, sich ggf. noch zusätzlich professionelle Hilfe vor Ort zu holen. Befolgt ihr die oben gemachten Hinweise, wird das Scheitern der Auswanderung sehr unwahrscheinlich.

Gerne könnt ihr diesbezüglich auch mit uns Kontakt aufnehmen.

Salut et à plus
aus der Provence

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