Auswandern-Jetzt wird es ernst!

Auswandern nach Frankreich – Schritt 3 – Oh Gott! Nochmal Sprechen lernen?

Ihr könnt schon Französisch?

Gut, dann braucht ihr diesen Beitrag nur zu überfliegen oder ihr lasst ihn einfach ganz aus.

Allen anderen möchte ich die folgenden Tipps zum Erlernen der neuen Sprache wärmstens ans Herz legen. Mir selbst haben sie sehr geholfen, in (fast) biblischem Alter von 51 Jahren, „la langue francaise“ zu lernen (ich finde jetzt dieses französische „C“ mit der kleinen Schlange drunter auf meiner Tastatur gerade nicht ;-).

Natürlich braucht ihr hierfür einige, der gängigen Lernmaterialien.
Unter dem Punkt Materialien und Hilfe  werden wir euch demnächst einige Bücher und E-Kurse die euch dabei helfen werden, bereitstellen.

Im Folgenden habe ich 10 Tipps für euch zusammengestellt die euch dabei sehr unterstützen werden.
  • Fangt SOFORT an!
    Ihr wollt in ein anderes Land auswandern?
    Ihr habt nicht vor, nur einen halbherzigen Versuch zu wagen?
    Ihr wollt im neuen Land ankommen und an der dortigen Gesellschaft teilhaben? Sehr gut, – fangt gleich damit an, französisch zu lernen. Die Zeit der Ausreden ist vorbei! Ab sofort gibt es kein „bis zur Ausreise ist es ja noch ein ganzes Jahr hin“, „vorher muss ich noch ein paar andere Dinge erledigen“, „momentan bin ich beruflich zu sehr eingespannt“ und, und, und.
    Je früher ihr mit dem Erlernen der neuen Sprache beginnt, desto früher werdet ihr euch nach eurem Umzug das Gefühl haben, endlich angekommen zu sein.
  • Motivation
    Jeder hat irgendwann mal einen Durchhänger und natürlich wird dies nicht der einzige sein. Wie man damit umgeht ist aber ganz entscheidend dafür, ob man dauerhaft „dran bleibt“. Für mich war es immer sehr wichtig, mir bei fehlender Motivation neue Kraft zu holen und mich eben nicht dazu zu zwingen, jetzt noch schnell Grammatik oder gar Vokabeln zu pauken.
    Immer dann wenn ich das Gefühl hatte vor dem Lernen noch schnell was erledigen zu müssen – was nichts anderes als eine üble Ausrede war – habe ich angefangen, mir die schönsten Bilder aus dem letzten Urlaub vor Ort anzusehen und mich in das zukünftige Leben dort hinein zu träumen.
    Danach fiel es mir dann wesentlich leichter, noch ein bisschen an meinem ersten Integrations-Schritt zu arbeiten.
    Natürlich muss jeder sein eigenes Rezept entwickeln, wie er sich motivieren kann. Wichtig ist nur eines, – gehe nicht mit einem negativen Gefühl in eine neue Lektion und ebenso wichtig ist es auch, jede Lerneinheit mit etwas Positivem zu beenden.
  • Kostenlose Sprachreisen
    Im Internet werden euch unzählige Sprachreisen zu teurem Geld angeboten. Dabei geht es viel einfacher:
    Versucht schlicht, in regelmäßigen Abständen ein paar Tage Urlaub zu investieren, um einen Kurztrip nach Frankreich zu machen.
    Dort angekommen bringt ihr dann alles, was ihr bis dahin gelernt habt, an die Mann oder die Frau.
    Besucht Märkte und kauft ein, fragt nach dem Weg zu einer örtlichen Sehenswürdigkeit, geht in Restaurants und Cafés um zu bestellen und mit der Bedienung ein nettes Pläuschchen zu halten oder setzt euch – wie ich es gemacht habe und auch heute immer mal wieder tue – einfach zu jemanden auf eine der zahlreich vorhandenen Parkbänke und beginnt ein kleines Gespräch über dies und das.
    Ihr werdet über die Freundlichkeit der Menschen überrascht sein, – und über die schnellen Fortschritte die ihr macht.
  • Baut die neue Sprache in euren Alltag ein
    Dieser Punkt wird von vielen Sprachwissenschaftlern immer wieder betont.
    Um möglichst viele Berührungspunkte mit der neuen Sprache zu haben und schnell neue Vokabeln lernen zu können ist es wichtig, sich immer und überall damit zu beschäftigen.
    Geht her und überlegt, wie ihr das was ihr gerade macht, auf Französisch beschreiben würdet. Haltet euch dabei nicht zu lange mit der Suche nach Vokabeln auf und versucht ganz einfach aus eurem bisherigen Wortschatz zu schöpfen und Synonyme oder Umschreibungen zu verwenden.
    Klebt auf alles, was bei euch zu Hause rumsteht, Post it – Zettel mit den entsprechenden französischen Bezeichnungen. Ihr werdet sehen, dass ihr im Nu die Zettel wieder entfernen könnt und sich eurer Wortschatz über die Dinge des täglichen Gebrauchs rasend schnell erweitert.
  • Führt Selbstgespräche
    Redet sooft ihr könnt mit euch, – natürlich auf Französisch und LAUT!
    Das mag für den ein oder anderen viel Überwindung kosten, trotzdem ist es ganz wichtig.
    Auf diese Weise gewöhnt man sich nämlich daran, sich selbst in dieser neuen Sprache reden zu hören und ganz nebenbei schult man natürlich die Aussprache.
    Zusätzlich hilft es in der Tat dabei die Scheu davor, mit anderen später Französisch zu reden, zu verlieren.
  • Französische TV- und Radiosender
    Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann stellt auf eurem Fernseher und eurem Radio auch französische Sender ein und versucht sooft wie möglich, den Inhalten wenigstens ein paar Minuten lang zu folgen. Ihr werdet zwar feststellen, dass ihr anfänglich so gut wie nichts mitbekommt. Trotzdem werdet ihr euch ganz allmählich an den Sound der Sprache gewöhnen und langsam aber sicher mehr verstehen.
  • Kauft euch DVDs in französischer Sprache …
    … und zwar am besten mit deutschen Untertiteln.
    Anders als die Fernseh- und Radiosendungen könnt ihr die DVDs notfalls anhalten und zurückspulen und die Untertitel werden euch dabei helfen, den Handlungsstrang schneller zu erfassen. Außerdem wird auf diese Weise der ein oder andere -mit der Zeit lästige – Griff zum Dictionnaire  überflüssig.
    Besonders am Anfang solltet ihr euch nicht davor scheuen, auf Kindertitel wie „Pompier Sam“ (Feuerwehrmann Sam) zurückzugreifen. In diesen Filmen wird recht deutlich und langsam gesprochen. So werdet ihr recht rasch lernen, gesprochenes Französisch mehr und mehr zu verstehen.
  • Abonniert eine französische Zeitung
    Eine große Hilfe kann es auch sein, sich eine französische Wochenzeitung oder ein französisches Magazin zu abonnieren. Beim Lesen bekommt man dann ein Gespür für das geschriebene Französisch, das sich vom gesprochenen sehr unterscheidet weil im Französischen viele Endungen und Buchstaben schlicht unter den Tisch fallen, sobald man es spricht.
    Mir persönlich ist es aufgrund des letzten Punktes viel leichter gefallen eine Zeitung zu lesen – nach ca. einem Jahr konnte ich ziemlich viel davon verstehen – als den Moderatoren im Fernsehen zu folgen.
  • Sucht euch eine französische Mail-Freundschaft
    Nachdem ihr mit den DVDs und der Zeitung etwas dafür getan habt, gesprochenes und geschriebenes Französisch zu verstehen, seid ihr jetzt aufgefordert, aus eurer Komfort-Zone herauszukommen und selbst zu schreiben.
    Natürlich verlangt niemand von euch, dass ihr Gedichte oder Aufsätze verfasst.
    Nein, es geht vielmehr darum, mit dem Verfassen kleiner und kleinster Texte zu beginnen.
    Vielleicht habt ihr ja inzwischen auf einem eurer Kurztrips schon ein paar Bekannte kennengelernt? Was liegt also näher, als sich eine Mail-Freundschaft in Frankreich zu suchen? Im Vergleich zu Briefen haben Emails nämlich ein paar entscheidende Vorteile:
    – Sie sind (meistens) kurz gehalten,
    – Ihre Sprache ist grammatikalisch eher einfach und
    – die automatische Rechtschreibkorrektur wird euch helfen 🙂
  • Lernt selektiv und akzeptiert, etwas nicht zu wissen
    Ihr wollt schnell vorwärts kommen?
    Ok, dann habt Mut zur Lücke!
    Es macht einfach keinen Sinn Vokabeln zu pauken von denen schon jetzt abzusehen ist, dass man diese mit hoher Wahrscheinlichkeit später kaum – oder nie – brauchen wird. Überlegt euch lieber ein paar Lebensfelder die für euch wichtig sind und lernt die dazu passenden Begriffe.
    Ihr werdet sicher irgendwann mal Gemüse kochen wollen… also lernt ihr halt die Begriffe für euer Lieblingsgemüse und wenn z.B. Lauch nicht dazu gehört, dann lernt ihr das frz. Wort für Lauch eben nicht.
    Wenn ihr euch erinnert habe ich euch weiter oben geraten, dass ihr immer versuchen sollt, die Dinge die ihr gerade macht auf Französisch zu umschreiben. Dieser Tipp ging schon in dieselbe Richtung weil es sich dann ja immer um Worte handelte, die ihr auch tatsächlich in eurem Leben braucht.

So, das waren jetzt meine Tipps für euch, um beim Erlernen dieser schönen Sprache schnell vorwärts zu kommen.
Jetzt liegt es an euch, damit zu beginnen.

Salut et à plus aus der Provence

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